Stelle die Frage „Was weiß Google über mich?“, und die Antwort wird dich vielleicht schockieren.
Es weiß eine ganze Menge. Es weiß, wo du im Internet warst und wo du dich auch im echten Leben aufgehalten hast. Und wenn es so viel über eine Person weiß, weiß es auch so viel über alle anderen.
Nehmen wir nur das, was Menschen im Internet suchen. Der Webbrowser von Google sendet alles, was in die Suchleiste eingegeben wird, in Echtzeit an einen Google-Server – selbst im Inkognitomodus und noch bevor du die Eingabetaste drückst.
Wenn es um private Gmail-Unterhaltungen mit Freunden, Familie oder anderen geht, scannt Google jede einzelne davon. Je nachdem, wie du die KI in Gmail nutzt, fügst du deine sensiblen Nachrichten möglicherweise unbeabsichtigt Gemini hinzu, was für das KI-Training verwendet werden kann.
Was die Routen betrifft, die du mit Google Maps zurücklegst: Google speichert und verfolgt jeden Standort, einschließlich des Datums und der Uhrzeit deiner Reise.
Selbst für diejenigen, die versuchen, die Nutzung von Google zu vermeiden, sind seine Dienste fest mit dem Internet verwoben. Über die Hälfte aller Websites nutzen Google Analytics, das Informationen von Web- oder App-Besuchen erfasst. Das bedeutet, dass Google Daten über Menschen verfolgen und sammeln kann, selbst wenn sie nicht die Suchmaschine von Google oder den Chrome-Browser nutzen.
Diese Frage allein ist Grund genug, genauer zu untersuchen, wie viel dieses Big-Tech-Unternehmen über dich weiß und was deine Daten für Google wert sind.
- Die Reichweite von Google verstehen
- So findest du heraus, was Google über dich weiß
- Google weiß Dinge, die du nie geteilt hast
- Die Verbindung zwischen Überwachungskapitalismus und Google
- Das Werbesystem von Google ist absichtlich so konzipiert
- Lasse Google hinter dir – angefangen bei E-Mails
Die Reichweite von Google verstehen
Diese Liste der Dinge, die Google über dich weiß, ist umfangreich. Das Unternehmen erfasst aktiv Folgendes und weiß darüber Bescheid:
Kalender, einschließlich deines Zeitplans, deiner Termine, Besprechungen, mit wem sie stattfinden und wo
Web- und App-Aktivitäten, einschließlich der von dir besuchten Websites, der von dir genutzten Apps und wie oft du sie verwendest
Fotos, einschließlich des Ortes, an dem sie aufgenommen wurden, und wer sonst noch darauf zu sehen ist, wie zum Beispiel Kinder
Dokumente, einschließlich deiner Schreibweise und der Themen, über die du schreibst
Internet-Suchverlauf, einschließlich dessen, was du eingibst, es dir dann aber anders überlegst und die Suche letztendlich gar nicht ausführst
E-Mails, einschließlich nicht gesendeter Nachrichten, die in den Entwürfen liegen
Deine Stimme: Google weiß, wie du dich anhörst und wie du sprichst, wenn du Google Home, Nest oder andere Apps der Marke Google Assistant verwendest.
Maps-Verlauf (auch bekannt als Zeitachse), einschließlich der Orte, die du wann besuchst
YouTube-Such- und Wiedergabeverlauf: Deine Suchanfragen (von Kochvideos bis hin zu Anleitungen zum Reifenwechsel) erstellen ein detailliertes Profil von dir. Auch die für jedes Video aufgewendete Zeit wird erfasst.
Zusammengenommen ermöglichen diese Informationen Google, unzählige Annahmen zu treffen und viele Rückschlüsse auf deine Person zu ziehen. Das Aufkommen von KI wie Gemini hilft dem Unternehmen nur dabei, Verbindungen schneller herzustellen und ein detailliertes Profil über dein Leben und deine Kontakte zu erstellen, selbst wenn die Menschen in deinem Umfeld nicht online aktiv sind.
Wie kannst du herausfinden, was Google über dich weiß?
Du kannst nicht einfach „Was weiß Google über mich?“ bei Google eingeben und eine genaue Antwort erwarten. Aber du kannst Schritte unternehmen, um zu verstehen, wie viel Google tatsächlich über dich weiß, damit du deine Daten und deine Privatsphäre besser kontrollieren kannst. Schließlich kannst du nur das kontrollieren, was du auch weißt – und Google setzt darauf, dass die Mehrheit seiner Benutzer nicht versuchen wird, es herauszufinden.
Gehe zu deinem Profil und klicke auf Google-Konto verwalten. Auf der linken Seite siehst du ein Menü mit Optionen – klicke auf Daten und Privatsphäre. Hier sind ein paar gute Ausgangspunkte.
Hier siehst du so ziemlich alles – und ja, wir meinen wirklich alles – , was du im Internet getan hast, während du mit deinem Google-Konto angemeldet warst. Du kannst deine Web- und App-Aktivitäten durchsuchen, sehen, wo du auf Google Maps warst, einen vollständigen Verlauf jedes YouTube-Videos abrufen, das du je angesehen hast (taggenau), und vieles mehr.

Gesundheits- und Sprachdaten
Wenn du eine Smartwatch, ein Fitbit(neues Fenster) (das 2021 von Google übernommen wurde) oder ein anderes Wearable verwendest, um deine körperliche Fitness zu überwachen, ist dieses wahrscheinlich mit Google Fit oder Google Health synchronisiert. Obwohl diese Dienste aktiviert sein müssen, damit dein Fitness-Tracker funktioniert, solltest du dir immer überlegen, ob Google Details über deine Gesundheit wissen soll – einschließlich deines Gewichts, deiner Menstruationsdaten, deiner Herzfrequenz, deines Aktivitätsniveaus, deines Schlafzyklus und deiner täglichen Schritte.
Voice Match ist Googles Methode, um deine Stimme auf seinen Google Home-Produkten zu erkennen. Deine Stimme kann so einzigartig wie ein Fingerabdruck sein. Wenn du Google Zugriff auf deine Stimme gewährst, hilft das dem Unternehmen beim KI-Training und vergrößert die Fülle an sensiblen Daten, mit denen Google dich identifizieren kann.
Deine Daten herunterladen
Du möchtest die Antwort auf „Was weiß Google über mich?“ wissen? Deine Daten herunterzuladen ist der beste Weg, um alles zu sehen, was Google über dich gesammelt hat. Bedenke jedoch, dass das Dokument groß sein wird und du möglicherweise viel durchforsten musst. Rufe das Google Dashboard auf (unter Daten & Privatsphäre) und klicke auf Deine Daten herunterladen, um die Informationen anzufordern.

Google weiß Dinge, die du nie geteilt hast
Als eine Proton-Mitarbeiterin die Frage stellte: „Was weiß Google über mich?“, stellte sie fest, dass Google Dinge wusste, die sie dem Unternehmen nie persönlich mitgeteilt hatte, und dass es in Echtzeit neue Dinge über sie lernte.
Google wusste, dass sie seit Kurzem Single war, obwohl sie diese Option nie ausgewählt hatte. Es kannte ihre Einkommensklasse, ihren Wohnort, wusste, dass sie keine Kinder hat und eine Wohnung mietet – und das alles, ohne dass sie auch nur eine einzige Taste gedrückt hätte.
Als sie sich ihre Zeitachse ansah, konnte sie jedes Ziel sehen, das sie während der Nutzung von Google Maps angesteuert hatte.
So stoppst du zielgerichtete Werbung
Um zielgerichtete Werbung zu stoppen, rufe myadcenter.google.com(neues Fenster) auf und schalte personalisierte Werbung aus (oben rechts).

Gehe als Nächstes zu myactivity.google.com(neues Fenster) und deaktiviere das Tracking für Web- & App-Aktivitäten, die Zeitachse, den Play-Verlauf und den YouTube-Verlauf.

Du kannst auch auf deine Einstellungen für Daten & Privatsphäre zugreifen, indem du auf dein Google-Konto-Symbol → Google-Konto verwalten → Daten & Privatsphäre klickst.

Die Verbindung zwischen Überwachungskapitalismus und Google
Google ist nicht nur ein Tech-Unternehmen mit einer Suchmaschine. Es ist ein Werbegigant. Google erklärt es so:
Die Haupteinnahmequelle von Google sind Anzeigen auf unseren eigenen Websites und Apps. Werbetreibende teilen Google mit, welche Art von Zielgruppe sie erreichen möchten, und wir versuchen, ihre Anzeigen Personen in diesen Gruppen anzuzeigen. Jedes der Produkte und Dienste von Google zeigt Anzeigen auf unterschiedliche Weise an, um neue und bestehende Kunden zu erreichen.
Durch die Ansammlung von Tausenden Datenpunkten über fast jeden auf der Welt hat Google seine Reichweite ausgedehnt: Im Grunde verfügt Google über so viele Daten über uns, dass es zum größten Wegbereiter der Werbeüberwachungsindustrie(neues Fenster) geworden ist.
Google gibt seinen Benutzern die Illusion von Wahlfreiheit und somit die Illusion eines besseren Online-Erlebnisses. Nimm zum Beispiel den Wortlaut von Googles Philosophie für „personalisierte Werbung“. Durch eine freundliche Formulierung ermutigt dich das Unternehmen, „deine Werbung relevanter zu gestalten, indem du Google mitteilst, wovon du mehr oder weniger sehen möchtest“. Dies ist Googles Methode, um zielgerichtete Werbung wie einen kostenlosen Service klingen zu lassen, den du erhältst, anstatt wie eine Möglichkeit, Informationen über dich – deinen Standort, deine sexuelle Orientierung, deine Hobbys und deine Einkommensklasse – zu nutzen, um deine Entscheidungen zu beeinflussen.
Das Werbesystem von Google ist absichtlich so konzipiert
Schauen wir uns diesen Satz einmal an: „Werbetreibende teilen Google mit, welche Arten von Zielgruppen sie erreichen möchten, und wir versuchen, ihre Anzeigen Personen in diesen Gruppen zu zeigen.“ Es klingt harmlos, ist es aber nicht.
Google nutzt ein System namens „Real-Time Bidding“ (RTB), um deine Daten an den Höchstbietenden zu versteigern.
Und so funktioniert es: Zuerst erstellt Google mithilfe deiner Daten ein detailliertes Profil über dich. Dann übermittelt es diese Daten an Tausende von Unternehmen, die in einer Auktion um den Kauf von Werbeflächen konkurrieren, die dann als zielgerichtete Werbung auf deinem Computerbildschirm erscheinen.
Das birgt ernsthafte Risiken. Da deine Daten in Bruchteilen von Sekunden Tausenden von Werbetreibenden offengelegt werden, könnten sie auch in die Hände von Datenhändlern, Cyberkriminellen oder der US-Regierung gelangen.
„Jedes Mal, wenn du eine zielgerichtete Anzeige siehst, werden deine persönlichen Daten Tausenden von Werbetreibenden und Datenhändlern offengelegt“, schreibt Lena Cohen von der Electronic Frontier Foundation. „Dieser Prozess bewirkt mehr als nur die Auslieferung von Werbung – er treibt die staatliche Überwachung voran, stellt ein Risiko für die nationale Sicherheit dar und verschafft Datenhändlern einfachen Zugriff auf deine Online-Aktivitäten.“
Lass Google hinter dir – angefangen bei E-Mails
Jedes persönliche Datum, das Google berührt – von Suchanfragen und E-Mails bis hin zum Standortverlauf und Sprachaufzeichnungen –, führt zu einem einzigen Ort zurück: deinem Google-Konto. Das macht es für Google so wertvoll und für dich so riskant. Eine einzige Anmeldung verknüpft deinen gesamten digitalen Fußabdruck mit einem einzigen Profil. Genau das ist der Grund, warum das Löschen deines Google-Kontos, das De-Googling und der Wechsel zu Alternativen, bei denen die Privatsphäre an erster Stelle steht, ein großartiger Weg sind, um online sicherer zu sein.
Der beste Ausgangspunkt ist die E-Mail. Dein Posteingang ist nicht nur der Ort, an dem deine Nachrichten eingehen, sondern der Hauptschlüssel zu deinem digitalen Leben, verknüpft mit deiner Bank, deinen Abonnements, sozialen Medien und Arbeitskonten. Wer deine E-Mails kontrolliert, kann deine Passwörter zurücksetzen und sich ein detailliertes Bild von dir machen.
Proton Mail ist ein natürlicher erster Schritt weg von Google. Es schützt deine Nachrichten mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und Zero-Access-Verschlüsselung, was bedeutet, dass wir niemals Zugriff auf deine Daten haben und diese nicht scannen können, um Verhaltensprofile zu erstellen, Werbung anzuzeigen, KI-Modelle zu trainieren oder sie mit Dritten zu teilen – und wir wollen das auch gar nicht.






