Wenn du Elternteil eines Schulkindes bist, weißt du, auf wie viele Arten Technologie in der Bildung deines Kindes eine Rolle spielt.
Was dir vielleicht nicht klar ist: Der kostenlose Laptop, den die Schule deines Kindes zur Verfügung gestellt hat, oder die Software, die darauf läuft, könnte jeden Schritt deines Kindes verfolgen.
Die weitverbreitete Nutzung kostenloser Laptops und Lernsoftware (in den USA auf allen Klassenstufen) bedeutet, dass Kinder ohne Zustimmung der Eltern in technologische Ökosysteme gedrängt werden. Das sollte bei Eltern überall die Alarmglocken läuten lassen.
Laut der Electronic Frontier Foundation (EFF) erhalten Schüler häufig direkt über ihre Schulen kostenlose Bildungstechnologie wie Google Chromebooks, Apple- oder Windows-Laptops und Tablets wie das iPad oder Microsoft Surface. Das hat zu verschiedenen Problemen geführt.
Zum Beispiel gab ein Schulbezirk im Fall Robbins v. Lower Merion School District(neues Fenster) Schülern kostenlose MacBook-Laptops mit eingebauten Webcams und nahm dann heimlich mehr als 66.000 Bilder auf, darunter auch von Schülern in ihren Schlafzimmern zu Hause.
Das umfassendere Problem für die Privatsphäre ist, dass Schulen von Schülern verlangen, innerhalb von Big-Tech-Plattformen wie Google zu lernen, die im Rahmen des alltäglichen Unterrichts enorme Mengen persönlicher Informationen sammeln, zentralisieren und speichern können.
- Wie Google Klassenzimmer in Datenpipelines verwandelt
- Eltern wehren sich mit Klagen
- Onboarding für „Loyalität fürs Leben“
- Wie du dein Kind schützt
- Ein sichererer digitaler Start für Schüler
Wie Google Klassenzimmer in Datenpipelines verwandelt
Schulen verlassen sich für Hausaufgaben, die Kommunikation im Unterricht, das Teilen von Dokumenten und die Benotung oft auf Google Workspace for Education und Microsoft 365 Education. Das bedeutet, dass ein großer Teil der Aktivitäten von Schülern über eine kleine Zahl von Big-Tech-Plattformen läuft.
Google sagt, dass Workspace for Education-Konten durch einen besonderen Datenschutzhinweis für den Bildungsbereich geregelt werden, und Microsoft sagt, dass seine Dienste personenbezogene Daten verarbeiten und Diagnosedaten sammeln, um die Produkte sicher und funktionsfähig zu halten. Das bedeutet nicht automatisch, dass eines der beiden Unternehmen Schülerdaten verkauft, aber es bedeutet, dass diese Systeme zu großen, zentralisierten Pipelines für Schülerdaten werden können.
Sobald das Schulleben eines Kindes über diese Plattformen läuft, kann sich vieles an sensiblen Informationen an einem Ort ansammeln: Namen, schulische E-Mail-Adressen, Klassenlisten, Aufgaben, Nachrichten, Dateien, Anmeldeverlauf, Geräteinformationen und manchmal Daten, die mit verbundenen Apps von Drittanbietern geteilt werden.
Googles eigene Hinweise für Schulen(neues Fenster) besagen, dass Administratoren Dienste von Drittanbietern mit den Konten von Schülern aktivieren und die Offenlegung von Daten genehmigen können, die von diesen Diensten angefordert werden. Außerdem wird Schulen geraten, mit Eltern zu kommunizieren und gegebenenfalls eine Einwilligung einzuholen.
Angesichts von Googles langer Geschichte mit Kontroversen um die Privatsphäre, Untersuchungen, Vergleichen und Milliardenstrafen haben Eltern guten Grund, Versprechen zum Schutz der Privatsphäre skeptisch zu betrachten, die größtenteils nur auf dem Papier existieren.
Wenn so viele Aktivitäten von Schülern durch ein einziges Unternehmensökosystem fließen, das dauerhaft Zugriff auf Daten behält, wird es leichter, detaillierte Profile über das Verhalten, die Gewohnheiten und die Online-Aktivitäten von Kindern zu erstellen, oft ohne dass Familien vollständig verstehen, was gesammelt wird. Selbst wenn diese Daten nicht für Werbung verwendet werden, können sie dennoch mit Dritten geteilt, als Reaktion auf behördliche Anfragen offengelegt, zum Trainieren von KI-Systemen genutzt oder bei einem Datenleck offengelegt werden, auch auf eine Weise, die den Missbrauch mit Deepfakes ermöglichen könnte.
Eltern wehren sich mit Klagen
Eine Bundesklage (Schwarz v. Google LLC(neues Fenster)), die 2025 beim US-Bezirksgericht in San Francisco eingereicht wurde, wirft Google vor, Tracking-Technologie einzusetzen, um die Internetaktivität von Schülern zu erfassen, einschließlich der von ihnen genutzten Websites und Apps, und so ohne Zustimmung der Eltern ein für jeden Schüler spezifisches Profil beziehungsweise einen spezifischen Fingerabdruck(neues Fenster) zu erstellen. Laut Klage ermöglichen diese detaillierten Fingerabdrücke von Schülern Google, Schulen für eigene Marketingzwecke gezielt anzusprechen und mit stark kuratierter Werbung, die auf spezifischen Daten über eingeschriebene Schüler basiert, mehr Produkte zu verkaufen.
2020 wurde in New Mexico eine Bundesklage eingereicht, in der Google vorgeworfen wurde, heimlich Informationen über Schüler gesammelt zu haben, darunter Standortdaten, den Internetverlauf, Suchbegriffe, den YouTube-Verlauf, Kontaktlisten, Passwörter und Sprachaufzeichnungen.
Beide Klagen werfen Google vor, gegen den Children’s Online Privacy Protection Act (COPPA) verstoßen zu haben, der Unternehmen verpflichtet, bei Kindern unter 13 Jahren eine „nachprüfbare elterliche Einwilligung“ einzuholen, wenn personenbezogene Daten gesammelt werden.
Wenn eine Schule für ein Bildungsökosystem bezahlt und es nutzt, gibt es in der Regel keine Alternativen(neues Fenster). Manche Schulbezirke bieten Schülern eine Möglichkeit, sich dagegen zu entscheiden, aber viele tun das nicht. Stattdessen wird von den meisten Schülern an Schulen, die Googles Workspace for Education oder Chromebooks verwenden, erwartet, dass sie diese Produkte nutzen — und damit Google uneingeschränkten Zugriff auf ihre eigenen Daten geben.
Onboarding für „Loyalität fürs Leben“
Laut den Klägern in Schwarz v. Google, nutzen knapp 70 % der Schulen in den Vereinigten Staaten Googles Workspace for Education-Produkte im Unterricht. Mehr als 30 Millionen Schüler, Lehrkräfte und Administratoren nutzen Googles Workspace for Education-Dienste, so die EFF.
Die Kläger behaupten, dass Googles Dienste gegen den Vierten Verfassungszusatz, den Children’s Online Privacy Protection Act und den California Invasion of Privacy Act verstoßen.a0
Google hat diese Vorwürfe zurückgewiesen(neues Fenster), aber durchgesickerte Dokumente aus internen Google-Präsentationen zeigen die systematischen Bemühungen des Unternehmens, schon in jungen Jahren eine Abhängigkeit von seinen Produkten zu fördern.a0
Diese Präsentationsfolien zeigen, wie der Tech-Gigant dafür argumentiert, „Kinder in Googles Ökosystem einzubinden(neues Fenster)“, um über die gesamte Lebensspanne eines Schülers Markentreue und Vertrauen aufzubauen — ähnlich wie Metas interne Kultur(neues Fenster) als eine beschrieben wurde, die Kinder nicht nur als zu schützende Nutzer betrachtet, sondern als Zielgruppe, die möglichst früh gewonnen und über Jahre gehalten werden soll.
In Googles Dokumenten finden sich Aufrufe, „in Schulen zu investieren“, die Markenbekanntheit zu fördern, Google Chromebooks in Schulen einzusetzen, um spätere Kaufmuster und -entscheidungen zu beeinflussen, und bereits im Schulsystem „lebenslange Loyalität“ zu gewinnen.a0
Anwälte von Google argumentieren, dass der Tech-Gigant nach den in der COVID-Zeit geltenden Regeln der Federal Trade Commission nicht die Zustimmung der Eltern(neues Fenster), sondern nur die der Schulen braucht, um dem Children’s Online Privacy Protection Act zu entsprechen.a0
Google sagt, dass es Schülerdaten nicht für zielgerichtete Werbung nutzt, doch das Unternehmen wurde schon früher mit ähnlichen Vorwürfen konfrontiert — und unterlag. 2019 verhängte die Federal Trade Commission (FTC) laut der New York Times(neues Fenster) eine Geldstrafe von 170 Millionen US-Dollar gegen Google, weil das Unternehmen „wissentlich und rechtswidrig“ persönliche Informationen von Kindern gesammelt und diese genutzt habe, „um mit gezielter Werbung an sie Profit zu machen“.
Im Jahr 2022 hat Human Rights Watch 164 verschiedene Edtech-Apps analysiert(neues Fenster) und Websites in 49 Ländern untersucht und dabei festgestellt, dass 89 % dieser Produkte die Privatsphäre von Schülern verletzen konnten.a0
So schützt du dein Kind

Schule ist zum Lernen da, nicht zum Datensammeln. Das kannst du tun, um dein Kind zu schützen:
- Sprich mit deinem Kind darüber, wie wichtig Privatsphäre im Internet ist. Sprecht regelmäßig über Surfgewohnheiten und darüber, warum das Tracking seiner Online-Aktivitäten wichtig ist.
- Frag im Schulbezirk deines Kindes nach, ob es eine Opt-out-Möglichkeit gibt.
- Rate deinem Kind, den Inkognito-Modus zu nutzen, wenn es Google Chrome oder ein Google Chromebook verwendet.
- Ermutige dein Kind, den von der Schule bereitgestellten Laptop oder das Tablet nur für schulische Zwecke zu nutzen und zum Surfen und für soziale Medien ein persönliches Gerät zu verwenden.
- Sprich über gute Internet-Hygiene, etwa darüber, Social-Media-Profile privat zu machen, starke Passwörter zu erstellen und mehr.
- Deaktiviere die Standortverfolgung(neues Fenster) in den Apps deines Kindes.a0
- Erstelle ein kostenloses Proton Mail-Konto für dein Kind, damit seine sensiblen Informationen immer verschlüsselt sind.
Ein sicherer digitaler Start für Schülerinnen und Schüler
Die Privatsphäre deines Kindes sollte nicht geopfert werden müssen, nur damit es am Unterricht teilnehmen kann. Und alle Schülerinnen und Schüler sollten unabhängig davon, wo sie leben, das Recht haben, ihr digitales Leben zu beginnen, ohne verfolgt, profiliert oder von Big Tech als Datenquelle behandelt zu werden.
Bei Proton sind wir überzeugt, dass Privatsphäre ein Grundrecht ist und kein Kompromiss, den Big-Tech-Unternehmen wie Google für ihre eigenen Zwecke ausnutzen können. Die erste E-Mail-Adresse eines Kindes wird online oft zu einem dauerhaften Teil seiner Identität, weshalb dieser erste Schritt mit Privatsphäre beginnen sollte, nicht mit Überwachung.
Mit Proton Mail können Eltern für ihr Kind eine private E-Mail-Adresse reservieren und ihm damit einen sichereren Start online ermöglichen, bevor Schulplattformen, Spiele und Apps Zugriff auf persönliche Informationen verlangen.
Proton — ohne Investoren oder Werbeeinnahmen und unterstützt von unserer Mehrheitsaktionärin, der gemeinnützigen Proton Foundation — setzt sich dafür ein, ein sichereres, offeneres Internet für alle zu schaffen, auch für Kinder. Anders als Big-Tech-Plattformen, die auf Datensammlung ausgerichtet sind, schützt Proton Mail die Informationen deines Kindes standardmäßig mit Ende-zu-Ende– und Zero-Access-Verschlüsselung sowie mit einem Geschäftsmodell, das nicht auf der Ausbeutung persönlicher Daten beruht.






